Die Schweizer Berge rufen und du möchtest die Nacht unter dem Sternenhimmel verbringen? Biwakieren in den Schweizer Bergen ist eine tolle Sache, aber man muss ein paar Dinge beachten. Es geht nicht nur darum, einen schönen Platz zu finden, sondern auch darum, die Natur zu schützen und sicher zu bleiben. Ich hab mich mal schlau gemacht, was man so wissen muss, damit das Biwakieren ein Erfolg wird und die Berge so schön bleiben, wie sie sind.
Wichtige Punkte fürs Biwakieren Schweizer Berge
- Die Regeln fürs Biwakieren sind in der Schweiz nicht überall gleich. Informiere dich über kantonale und gemeindespezifische Bestimmungen, besonders in Schutzgebieten.
- Wähle deinen Schlafplatz mit Bedacht: Oberhalb der Waldgrenze ist oft am besten. Meide Feuchtgebiete und achte auf mögliche Naturgefahren wie Steinschlag oder Gewitter.
- Hinterlasse keine Spuren. Nimm deinen Müll wieder mit, störe keine Tiere und nutze, wenn möglich, bestehende Feuerstellen.
- Die richtige Ausrüstung ist wichtig. Ein Biwaksack schützt dich vor Wind und Wetter. Ein warmer Schlafsack und eine Isomatte sorgen für Komfort.
- Sicherheit geht vor: Prüfe die Wettervorhersage, nimm ein Erste-Hilfe-Set mit und informiere jemanden über deine Pläne.
Rechtliche Grundlagen fürs Biwakieren Schweizer Berge
Geltende Bestimmungen in Kantonen und Gemeinden
Die rechtliche Lage fürs Biwakieren in der Schweiz ist nicht ganz einfach. Grundsätzlich gilt das sogenannte Jedermannsrecht, das besagt, dass man sich auf unkultiviertem Land für ein oder zwei Nächte aufhalten darf. Das klingt erstmal super, aber es gibt ein paar Haken. Jeder Kanton und jede Gemeinde kann eigene Regeln aufstellen. Das bedeutet, was im einen Tal erlaubt ist, kann im nächsten schon verboten sein. Es ist also wichtig, sich vorher gut zu informieren, am besten direkt bei der lokalen Tourismusinformation oder der Gemeindeverwaltung. Manchmal gibt es auch einfach Schilder, die einem den Weg weisen – oder eben verbieten.
Schutzgebiete und ihre Einschränkungen
Ein weiterer wichtiger Punkt sind Schutzgebiete. Hier wird es schnell kompliziert. In Gebieten wie dem Schweizerischen Nationalpark, Jagdbanngebieten, Naturschutzgebieten oder Wildruhezonen ist das Biwakieren oft komplett untersagt. Das dient dem Schutz der Natur und der Tiere, was ja auch Sinn macht. Aber man muss eben wissen, wo diese Zonen sind. Eine gute Übersicht findet man auf der Webseite des Bundesamtes für Landestopografie (swisstopo) oder auf den Webseiten der Kantone. Manchmal sind diese Gebiete auch auf Karten eingezeichnet, aber man sollte sich nicht blind darauf verlassen.
- Eidgenössische Jagdbanngebiete
- Naturschutzgebiete
- Schweizerischer Nationalpark
- Wildruhezonen (während der Schutzzeit)
Das Jedermannsrecht und seine Grenzen
Das Jedermannsrecht ist eine tolle Sache, aber es hat eben seine Grenzen. Es ist nicht dazu gedacht, dass man sich wochenlang irgendwo einrichtet. Es geht um das kurzzeitige Übernachten, meist nur für eine Nacht. Und das Ganze muss natürlich mit Respekt vor der Natur geschehen. Das heisst, man hinterlässt keine Spuren, stört keine Tiere und nimmt seinen Müll wieder mit. Wenn man sich nicht daran hält, kann das Jedermannsrecht schnell eingeschränkt oder sogar aufgehoben werden. Es ist ein Privileg, das man sich verdienen muss, indem man verantwortungsvoll damit umgeht.
Rücksichtnahme ist das A und O. Wer die Natur achtet und sich an die Regeln hält, kann die Freiheit des Biwakierens geniessen. Wer das nicht tut, gefährdet dieses Privileg für alle.
Die Wahl des Perfekten Biwakplatzes
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Einen guten Platz zum Übernachten unter freiem Himmel zu finden, ist fast schon die halbe Miete für ein gelungenes Bergerlebnis. Es geht nicht nur darum, irgendwo ein Plätzchen zu finden, wo man ungestört ist. Nein, es geht darum, einen Ort zu wählen, der sowohl für dich sicher ist als auch die Natur schont. Die Wahl des richtigen Standorts ist entscheidend für ein unvergessliches und gleichzeitig verantwortungsbewusstes Biwak.
Standorte oberhalb der Waldgrenze
Grundsätzlich gilt: Oberhalb der Waldgrenze ist es meist unproblematisch, eine Nacht im Freien zu verbringen. Hier ist die Vegetation oft robuster und die ökologische Empfindlichkeit geringer als in tiefer gelegenen Gebieten. Das bedeutet aber nicht, dass du dort machen kannst, was du willst. Achte trotzdem darauf, keine empfindlichen Pflanzen zu zertreten oder Lebensräume von Tieren zu stören. Karten sind hier dein bester Freund. Schau dir die Topografie an und überlege, wo du am wenigsten Einfluss auf die Umgebung hast.
Meiden von Feuchtgebieten und Gewässernähe
Feuchtgebiete sind oft Heimat seltener Pflanzen und empfindlicher Ökosysteme. Sie sind also tabu für dein Nachtlager. Auch die Nähe zu Bächen oder Flüssen ist keine gute Idee. Stell dir vor, es regnet stark in der Nacht – ein kleiner Bach kann schnell zu einem reissenden Strom anschwellen. Das kann nicht nur gefährlich werden, sondern auch deinen Schlaf empfindlich stören. Halte also lieber einen guten Sicherheitsabstand zu allen Gewässern.
Berücksichtigung von Naturgefahren
Bevor du dich zur Ruhe legst, ist ein Blick auf die Wettervorhersage und die Umgebung unerlässlich. Ist ein Gewitter im Anzug? Dann meide unbedingt exponierte Lagen wie Gipfel oder Grate. Steinschlag ist in steilem Gelände ein ständiges Risiko, und Lawinengefahr besteht nicht nur im Winter. Informiere dich über die lokalen Gegebenheiten. Eine einfache Faustregel: Wenn du dir unsicher bist, ob ein Platz sicher ist, dann ist er es wahrscheinlich nicht. Lieber ein paar Meter weiterziehen und auf Nummer sicher gehen.
Rücksichtsvolles Verhalten in der Natur
Keine Spuren hinterlassen
Wenn du in den Bergen biwakierst, ist es dein oberstes Gebot, die Natur so zu verlassen, wie du sie vorgefunden hast. Das bedeutet konkret: Nimm alles wieder mit, was du mitgebracht hast. Dazu gehören natürlich dein Müll, aber auch Essensreste. Stell dir vor, du kommst nach Jahren zurück und alles sieht noch genauso aus wie bei deinem ersten Besuch. Das ist das Ziel. Hinterlasse keine Spuren, die zeigen, dass du da warst. Das gilt auch für die Toilette. Such dir einen Platz mindestens 50 Meter von Gewässern entfernt und vergrabe deine Hinterlassenschaften gut. Am besten nimmst du sogar ein kleines Schaufelchen mit. Papier, das du benutzt, gehört ebenfalls in den Müllbeutel. Denk dran, die Natur ist kein Abfalleimer.
Minimierung von Störungen für Wildtiere
Die Berge sind die Heimat vieler Tiere, und wir sind nur zu Besuch. Besonders während der Dämmerung, also in der Morgen- und Abenddämmerung, sind viele Wildtiere aktiv und empfindlich gegenüber Störungen. Versuche, Lärm zu vermeiden, besonders zu diesen Zeiten. Das gilt auch für die Wahl deines Schlafplatzes. Meide Gebiete, die offensichtlich als Wildwechsel genutzt werden oder wo du viele Spuren siehst. Denk daran, dass du vielleicht gerade in einem Brutgebiet oder einem wichtigen Rückzugsort für Tiere bist. Ein bisschen Ruhe für sie bedeutet, dass sie sich ungestört vermehren und leben können.
Umgang mit Abfall und Essensresten
Das ist wohl der einfachste Punkt, aber auch einer der wichtigsten. Alles, was du an Abfall produzierst, nimmst du wieder mit ins Tal. Das schliesst auch Essensreste ein. Warum? Weil sie Tiere anlocken können, die sie sonst nicht fressen würden, oder weil sie einfach nicht in die natürliche Nahrungskette gehören. Wenn du biologisch abbaubares Spülmittel dabei hast, benutze es sparsam und spüle nicht direkt in einem Bach oder See ab. Lieber das schmutzige Wasser etwas weiter weg von Gewässern verteilen. So hilfst du mit, die Wasserqualität zu schützen.
Notwendige Ausrüstung fürs Biwakieren
Wenn du planst, unter freiem Himmel in den Schweizer Bergen zu übernachten, ist die richtige Ausrüstung Gold wert. Es geht darum, leicht und doch gut vorbereitet zu sein. Das Wichtigste ist, dass du dich auf das Wesentliche konzentrierst und unnötigen Ballast vermeidest. Denn jedes Kilo zählt, wenn du es den Berg hinaufschleppen musst.
Der richtige Biwaksack
Der Biwaksack ist dein Schutzschild gegen die Elemente. Er ist im Grunde eine wasserdichte Hülle für deinen Schlafsack. Aber nicht alle Biwaksäcke sind gleich. Achte auf gute Wasserdichtigkeit, aber auch auf Atmungsaktivität. Niemand möchte morgens in einem feuchten Kokon aufwachen. Modelle mit einer Membran sind hier oft eine gute Wahl, da sie Feuchtigkeit von innen nach aussen lassen. Ein integriertes Moskitonetz am Kopfende kann auch sehr angenehm sein, besonders in wärmeren Monaten.
Schlafsack und Isomatte
Dein Schlafsack muss zur erwarteten Nachttemperatur passen. Lieber etwas wärmer als zu kalt, denn frieren macht die Nacht unangenehm und kann gefährlich werden. Die Komforttemperatur ist hier ein guter Anhaltspunkt. Eine gute Isomatte isoliert dich vom kalten Boden und sorgt für Komfort. Es gibt aufblasbare Matten, die sehr bequem sind, aber auch Schaumstoffmatten, die robuster sind und keine Luft verlieren können. Eine Kombination aus beidem ist manchmal auch eine Option.
Wichtige Zusatzutensilien
Neben den Hauptkomponenten gibt es ein paar Kleinigkeiten, die den Unterschied machen können. Eine Stirnlampe ist unerlässlich, um sich im Dunkeln zurechtzufinden. Ein kleines Erste-Hilfe-Set sollte immer dabei sein, für den Fall der Fälle. Ein Messer oder Multitool kann sich als nützlich erweisen. Denk auch an Sonnenschutz, auch wenn es bewölkt ist, und an ausreichend Wasser oder eine Möglichkeit zur Wasseraufbereitung. Eine kleine, leichte Plane kann zusätzlichen Schutz vor Regen bieten, falls nötig.
Die Wahl der Ausrüstung hängt stark von der Jahreszeit, der Höhenlage und deinem persönlichen Komfortbedürfnis ab. Weniger ist oft mehr, aber Sicherheit und Schutz sollten immer an erster Stelle stehen.
Kulinarisches Erlebnis unter Sternen
Wenn man abends in den Schweizer Bergen liegt, Sterne über sich und nur ein leises Knirschen von Kies unter der Isomatte hört, wird das Abendessen automatisch zu etwas Besonderem. Bekocht vom Gasbrenner, mit einfachen Zutaten und inmitten der Natur – das Essen schmeckt plötzlich ganz anders als daheim in der Küche.
Einfache Mahlzeiten planen
In der Höhe schmeckt selbst das Simpelste hervorragend. Wichtig ist, dass du vorbereitest, denn niemand hat Lust, spätabends kompliziert zu schnippeln. Ein paar Tipps:
- Vermeide aufwändige Rezepte – Finger weg von allem, was mehr als einen Topf braucht.
- Trockenprodukte wie Couscous oder Instant-Nudeln wiegen wenig und machen schnell satt.
- Kombiniere mit Snacks: Nüsse, Trockenfrüchte, Hartkäse. Sie sind leicht transportierbar und verderben nicht sofort.
- Wenn du Gemüse willst, greif zu Karotten oder Paprika – die halten im Rucksack etwas durch.
Verantwortungsvoller Umgang mit Feuer
Offenes Feuer sieht romantisch aus, aber birgt Risiken. Denk daran:
- Benutze im Notfall nur bereits vorhandene Feuerstellen.
- Verzichte komplett auf neue Lagerfeuer – Gras und Boden nehmen dauerhaften Schaden.
- Beachte lokale Brandschutzwarnungen, vor allem in trockenen Sommernächten.
- Gaskocher sind viel kontrollierbarer – und machen weniger Ärger, falls doch mal Wind aufkommt.
Schon ein kleines Funkenflug-Feuer kann einen Hang zerstören, der Jahre braucht, um sich zu erholen. Ein warmes Essen geht auch ohne Flammen.
Abwasch ohne Gewässerschädigung
Gerade an kleinen Bächen oder Seen ist Rücksicht gefragt. Nie Spülwasser direkt ins Gewässer kippen!
Hier ist ein kleiner Ablauf, wie du abwäscht, ohne der Natur zu schaden:
- Fülle Wasser abseits vom Bach in deinen Topf.
- Nutze biologisch leicht abbaubares Spülmittel, sparsam dosiert.
- Kippe das Wasser danach weit weg vom Bach – idealerweise auf trockenen Boden oder auf eine Wiese.
| Was tun? | Warum? |
|---|---|
| Wasser abseits holen | Wildtiere und Pflanzen schützen |
| Wenig Spüli verwenden | Schadstoffe vermeiden |
| Wasser nicht ins Gewässer | Ökosystem bleibt intakt |
Egal wie hungrig du bist – ein bisschen Planen und Achtsamkeit hilft nicht nur deinem Magen, sondern auch den Bergen. Und wenn du morgens aufwachst, schmeckt sogar der Tee ein bisschen nach Abenteuer.
Sicherheit beim Biwakieren Schweizer Berge
Wenn du eine Nacht unter freiem Himmel in den Schweizer Bergen planst, solltest du die Gefahren keinesfalls unterschätzen. Die Bedingungen ändern sich schneller als viele erwarten und kleine Fehler können rasch Konsequenzen haben. Hier findest du alles, was zu einem sicheren Biwak-Erlebnis dazugehört – vom Wetter bis zu Notfallnummern.
Wettervorhersage und Gefahren einschätzen
Schon vor der Tour solltest du dich über den Wetterbericht informieren. In den Alpen kann das Wetter innerhalb weniger Stunden umschlagen: Plötzliche Gewitter, Nebel oder starker Wind sind keine Seltenheit. Immer lieber eine Nacht weniger draußen verbringen, als sich aus Selbstüberschätzung in Gefahr zu bringen.
- Prüfe regelmäßig aktuelle Wetterwarnungen vor und während der Tour (zum Beispiel via App oder Wanderkarte).
- Beachte Schneefallgrenzen und die Gefahr von Lawinen, besonders im Frühjahr und Herbst.
- Such dir Biwak-Plätze, die möglichst weit von steilen Hängen oder alpinen Flüssen entfernt sind.
Auch im Sommer kann ein Wetterumschwung eisige Nächte bringen. Ein zu dünner Schlafsack wird dann zum echten Problem.
Erste Hilfe und Notfallkontakte
Unfälle passieren – manchmal reicht schon ein falscher Tritt. Erste-Hilfe-Ausrüstung gehört daher immer in den Rucksack. Neben Pflastern und Verband solltest du auch wissen, wie du im Notfall Hilfe holst. Ein Biwak in Wallis – was beachten? gibt gute Hinweise zur Vorbereitung.
| Notfallnummer | Bedeutung |
|---|---|
| 112 | Europäischer Notruf |
| 1414 | Schweizerische Rettungsflugwacht (Rega) |
| 144 | Ambulanz |
Empfohlen wird zusätzlich:
- Eine Kopie wichtiger Nummern im Rucksack (Handy kann ausfallen!).
- Kenntnisse in Erster Hilfe auffrischen (vielleicht im Kurs).
- Klare Angaben zu Standort und Verletzten machen, wenn du anrufst.
Kommunikation mit der Außenwelt
Im Gebirge hast du oft keinen Handyempfang. Was tun, wenn was schiefläuft?
- Informiere immer jemanden zuhause: Wann gehst du, wo willst du biwakieren, wann kommst du zurück?
- Einfache Funkgeräte oder spezielle Messenger für Notfälle können im alpinen Gelände Leben retten.
- Bei mehreren Personen: Vor Abmarsch Treffpunkte und Uhrzeiten absprechen für den Fall einer Trennung.
Sicherheit fängt beim kleinsten Detail an. Wer vorbereitet ist, kann die Nacht entspannt genießen.
Besondere Biwakplätze Entdecken
Geheimtipps abseits der Routen
Manchmal sind die besten Plätze nicht die, die jeder kennt. Fernab der ausgetretenen Pfade, mit ein bisschen Forschergeist und viel Respekt vor der Natur, lassen sich wahre Juwelen finden. Stell dir vor, du liegst da, umgeben von Stille, nur das Zirpen der Grillen und das Rauschen des Windes. Das ist das wahre Abenteuer. Orte wie das Valle Bedretto im Tessin, das sich über die Quellen von Rhein, Reuss, Tessin und Rhone erstreckt, bieten solche Möglichkeiten. Etwas abseits der Wege rund um die Capanna Piansecco findest du ruhige Ecken, perfekt für eine Nacht unter den Sternen. Es geht darum, die Natur zu erleben, nicht darum, den nächsten Instagram-Hotspot zu finden.
Orte mit Panoramablick
Wer träumt nicht davon, morgens mit einem atemberaubenden Ausblick aufzuwachen? In den Schweizer Bergen gibt es unzählige Flecken, die genau das ermöglichen. Stell dir vor, du wachst auf und die ersten Sonnenstrahlen tauchen die Gipfel in goldenes Licht. Der Mutschensattel in der Ostschweiz ist so ein Ort. Nach einer Wanderung, vielleicht sogar mit der Besteigung des Mutschen, wirst du mit einer Aussicht belohnt, die dir den Atem raubt – sei es über das Rheintal oder ein Meer aus Wolken. Ein solcher Moment ist unbezahlbar und macht jede Anstrengung wett. Solche Plätze sind oft oberhalb der Waldgrenze zu finden, wo die Sicht ungehindert ist. Denk daran, dass ein guter Blick auch bedeutet, dass du exponierter bist, also packe entsprechend.
Biwakieren in der Nähe von Hütten
Manchmal ist es auch eine gute Idee, die Nähe von Berghütten zu suchen. Das hat mehrere Vorteile. Erstens bieten Hütten oft eine gewisse Infrastruktur, wie zum Beispiel eine Wasserquelle oder sogar eine Toilette, was den Komfort erhöht. Zweitens sind sie meist gut erreichbar und bieten eine gewisse Sicherheit, falls das Wetter umschlägt. Wenn du in der Nähe einer Hütte biwakieren möchtest, ist es aber immer ratsam, vorher kurz bei den Hüttenwirten nachzufragen. Die meisten haben nichts dagegen, solange du dich rücksichtsvoll verhältst und keine Spuren hinterlässt. So kannst du die Ruhe der Berge geniessen und hast trotzdem eine Anlaufstelle, falls nötig. Es ist eine gute Balance zwischen Abenteuer und Sicherheit, die dir erlaubt, das Alpenglühen aus nächster Nähe zu erleben.
Der Unterschied zwischen Zelten und Biwakieren
Definition von Biwakieren
Manchmal hört man die Begriffe Zelten, Campen und Biwakieren und denkt sich: Ist doch alles dasselbe, oder? Naja, nicht ganz. Wenn wir von Biwakieren sprechen, meinen wir eigentlich das ungeplante Übernachten im Freien, oft in alpinen Gegenden. Das passiert meist ohne Zelt, vielleicht nur mit einem Biwaksack, unter freiem Himmel oder sogar in einem selbstgebauten Iglu. Der Hauptgrund für ein Biwak ist oft eine unvorhergesehene Situation: Jemand ist verletzt, das Wetter schlägt plötzlich um und ein sicherer Abstieg ist nicht mehr möglich, oder es wird einfach zu dunkel, um sicher ins Tal zu kommen. Ein Biwaksack gehört deshalb eigentlich in jeden Rucksack, für den Fall der Fälle.
Das Notbiwak als Ausnahme
Ein Notbiwak ist in den Bergen fast immer erlaubt. Das ist die Situation, in der du wirklich keine andere Wahl hast, als draussen zu übernachten, um sicher zu sein. Stell dir vor, du bist auf einer Tour unterwegs, und plötzlich merkst du, dass du die Zeit unterschätzt hast. Die Sonne geht unter, und der Weg zurück ist im Dunkeln zu gefährlich. Oder ein plötzlicher Wetterumschwung macht die Weiterwanderung unmöglich. In solchen Fällen ist das Übernachten im Freien, ohne Zelt, die sicherste Option. Es geht darum, die Nacht zu überstehen, bis du am nächsten Morgen sicher weiter kannst.
Geplantes Biwakieren und seine Regeln
Jetzt wird’s ein bisschen knifflig. Wenn du aber vorhast, in den Bergen zu übernachten, und das nicht in einem offiziellen Campingplatz, dann wird das in vielen Regionen rechtlich dem Zelten oder Campen gleichgestellt. Das heisst, ein geplantes Biwakieren ist oft nicht erlaubt, genauso wenig wie wildes Zelten. Die Regeln sind hier nicht überall gleich, und es kommt stark auf den Kanton und die Gemeinde an. Grundsätzlich gilt: Oberhalb der Waldgrenze und ausserhalb von Schutzgebieten ist eine einzelne Übernachtung mit wenigen Leuten meist geduldet, solange du dich rücksichtsvoll verhältst. Aber Achtung: Das ist keine Freikarte für eine ganze Gruppe oder mehrere Nächte. Es ist immer gut, sich vorher genau zu informieren, was in der jeweiligen Region erlaubt ist. Manchmal gibt es auch spezielle Biwakplätze, die von Gemeinden oder Forstbehörden eingerichtet wurden – die sind dann natürlich eine tolle legale Option.
| Begriff | Geplant? | Zelt? | Typische Situation |
|---|---|---|---|
| Zelten/Campen | Ja | Ja | Urlaub, Ferien auf Campingplätzen oder ausgewiesenen Plätzen. |
| Biwakieren (Notfall) | Nein | Nein | Unvorhergesehene Umstände (Verletzung, Wetter, Dunkelheit) in alpiner Umgebung. |
| Biwakieren (geplant) | Ja | Nein | Oft rechtlich dem Zelten gleichgestellt, Regeln je nach Region stark unterschiedlich. |
Fazit: Biwakieren in den Schweizer Bergen – Ein Erlebnis mit Verantwortung
Am Ende bleibt das Biwakieren in den Schweizer Bergen einfach etwas Besonderes. Die Stille, die frische Luft, der Blick in den Sternenhimmel – das vergisst man nicht so schnell. Aber klar, ein bisschen Vorbereitung gehört dazu. Wer sich vorher informiert, die Regeln beachtet und Rücksicht auf die Natur nimmt, kann das Abenteuer richtig genießen. Es ist nicht immer alles erlaubt, und manchmal muss man eben umdrehen oder einen anderen Platz suchen. Aber genau das macht es ja auch spannend. Wichtig ist, dass wir die Berge so hinterlassen, wie wir sie vorgefunden haben – oder besser. Dann haben auch die nächsten noch Freude daran. Also, Schlafsack einpacken, Wetter checken und los geht’s – aber immer mit Respekt für Natur und Mitmenschen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Biwakieren und wie unterscheidet es sich vom Zelten?
Biwakieren bedeutet, in den Bergen draussen zu übernachten, aber ohne Zelt. Man schläft im Biwaksack unter freiem Himmel. Zelten ist, wenn man ein Zelt benutzt, um darin zu schlafen. Biwakieren ist oft spontaner und einfacher.
Darf ich in den Schweizer Bergen überall biwakieren?
Nicht ganz überall. Grundsätzlich darf man oberhalb der Waldgrenze und ausserhalb von Schutzgebieten meistens biwakieren. Aber in manchen Gegenden gibt es spezielle Regeln von Kantonen oder Gemeinden. In Nationalparks oder Jagdbanngebieten ist es oft verboten.
Was ist das Jedermannsrecht und was hat es mit Biwakieren zu tun?
Das Jedermannsrecht erlaubt in der Schweiz grundsätzlich, dass jeder Mensch sich in der Natur aufhalten und auch für ein oder zwei Nächte auf unkultiviertem Land übernachten darf. Aber es gibt viele Ausnahmen, besonders in Schutzgebieten.
Welche Orte eignen sich am besten zum Biwakieren?
Gute Plätze sind oft oberhalb der Baumgrenze. Man sollte aber Feuchtgebiete und die Nähe von Flüssen meiden. Wichtig ist auch, dass man keine Naturgefahren wie Steinschlag oder Lawinen riskiert.
Was muss ich unbedingt beachten, wenn ich in der Natur übernachte?
Du solltest keine Spuren hinterlassen! Das heisst: keinen Müll liegen lassen, keine Essensreste wegwerfen und auch keine Fäkalien in der Nähe von Wasser hinterlassen. Tiere sollten nicht gestört werden.
Was gehört zur wichtigsten Ausrüstung fürs Biwakieren?
Ein guter Biwaksack ist das Wichtigste, damit du trocken bleibst. Dazu gehören auch ein warmer Schlafsack und eine Isomatte, um dich vom kalten Boden zu schützen. Ein Stirnlampe und ein Erste-Hilfe-Set sind auch sehr nützlich.
Ist es erlaubt, ein Feuer zu machen, um zu kochen?
Man sollte nur bestehende Feuerstellen benutzen. Neue Feuerstellen zu machen, schadet der Natur. Ausserdem muss man immer auf die Waldbrandgefahr achten. Am besten ist es, wenn man einfache, kalte Mahlzeiten mitnimmt.
Was mache ich, wenn ich unerwartet in den Bergen übernachten muss (Notbiwak)?
Ein Notbiwak ist immer erlaubt, wenn es wirklich nötig ist, zum Beispiel bei schlechtem Wetter oder wenn man sich verletzt hat. Auch dann gilt: Natur schützen, keinen Müll hinterlassen und Tiere nicht stören. Ein Biwaksack sollte immer im Rucksack sein.
