Ausrüstung, Technik und die richtige Routenwahl für den Einstieg in die Via Ferrata.
Der Klettersteig ist der ideale Brückenschlag zwischen Wandern und Klettern. Über Stahlseile, Eisenstifte und Leitern führt er durch steiles Felsgelände, das ungesichert nur Alpinisten offensteht. Wer schwindelfrei ist und sich an die Regeln hält, erlebt hier ein grosses Gefühl von Ausgesetztheit - bei überschaubarem Risiko.
Ohne das passende Material gehört niemand an den Fels. Zur Grundausstattung gehören ein Klettergurt, ein Helm und vor allem ein normgerechtes Klettersteigset mit Bandfalldämpfer. Dieses Set verbindet den Gurt über zwei Karabiner mit dem Stahlseil und fängt im Sturzfall die enormen Kräfte ab. Alte oder selbstgebaute Sets sind lebensgefährlich und tabu. Eine vollständige Übersicht über das nötige Material findest du in unserer Bergausrüstung-Checkliste.
Wichtig ist die Karabiner-Regel: Immer ist mindestens einer der beiden Karabiner eingehängt. An den Verankerungen wird einer nach dem anderen umgehängt, sodass die Sicherung nie ganz unterbrochen ist. Feste Handschuhe schützen die Hände am Stahlseil, gute Bergschuhe geben Halt auf den Tritten. Kinder sollten ein Mindestgewicht von rund 40 Kilogramm mitbringen, damit der Bandfalldämpfer überhaupt auslöst, und werden zusätzlich am Seil gesichert.
Klettersteige sind in Schwierigkeitsgrade eingeteilt, meist von A (leicht) bis E (extrem schwierig). Einsteiger sollten mit Routen im Bereich A bis A/B beginnen, die kurze Gehpassagen und gut gesicherte Stellen bieten. Bewährte Einsteigerziele in der Schweiz sind der familienfreundliche Klettersteig in Braunwald im Kanton Glarus, der Pinut-Klettersteig bei Flims als ältester Klettersteig des Landes (rund fünf Stunden) sowie die Gorge Alpine in Saas Fee mit ihren spektakulären Wasserfallpassagen. Auch in Mürren und am Brunnistöckli bei Engelberg gibt es lohnende Einstiege.
Vor der Tour lohnt ein ehrlicher Blick auf Kondition und Wetter. Die beste Saison reicht von Juni bis Oktober. Nasser Fels und Gewittergefahr machen jeden Klettersteig zur Falle, denn das Stahlseil leitet Blitze. Wer das erste Mal unterwegs ist, geht idealerweise mit erfahrener Begleitung oder einem Bergführer. Wer danach Lust auf mehr Vertikale bekommt, findet im Matterhorn-Aufstieg die Königsklasse der alpinen Touren. So wird aus dem Respekt vor der Höhe schnell Sicherheit und Freude an der Vertikalen.