
Ein enges Bergtal voller Wasserfälle, Faltengebirge und stiller Hochalpen - Heimat der UNESCO-Tektonikarena Sardona.
Das Glarnerland zwängt sich als enges, von steilen Wänden gerahmtes Tal in die Zentralalpen. Über dem Talgrund türmen sich die Gipfel der Glarner Alpen auf, allen voran der mächtige Tödi. Die Region ist überschaubar, bietet aber eine erstaunliche Dichte an Wasserfällen, Bergseen und alpinen Übergängen.
Geologisch ist das Tal weltberühmt: Die UNESCO-Welterbestätte Tektonikarena Sardona zeigt mit der Glarner Hauptüberschiebung anschaulich, wie sich die Alpen aufgefaltet haben. Wanderwege führen direkt an diese Gesteinsgrenze heran.
Wer es ruhig mag, folgt dem Linth-Uferweg von Schwanden nach Netstal durch ein offenes, sattgrünes Tal mit rauer Bergkulisse. Der kurze Weissenberge-Rundweg ab Matt (rund 4 km, gut 1 Std.) führt über die Sonnenterrasse des Glarnerlands mit reicher Alpenflora und mehreren Picknickplätzen mit Feuerstelle. Familienfreundlich ist auch der Ahornenrundweg im Oberseetal (10,7 km, rund 3:48 Std., 558 Höhenmeter) durch Fichtenwälder und Wiesen, mit viel Raum für Kinder zum Spielen und Rasten. Weitere Anregungen für Touren mit Kindern liefert unser Ratgeber zum Familienwandern.
Der Elm-Höhenweg von Elm nach Obererbs (6 km, rund 1:40 Std.) eignet sich für Familien und Gruppen und bietet blühende Alpenwiesen, dichte Wälder und Blicke auf die Glarner Alpen; ab Ämpächli geht es per Gondelbahn, Mountaincart oder Trottinett zurück ins Tal. Anspruchsvoller ist der mittelschwere Schabziger Höhenweg (10,7 km, bis 1’690 m) von der Erbsalp zum Bergrestaurant Schabell, mit Aussicht bis zum Säntis und einem teils seilgesicherten Grat zur Alp Sigel. Wer Klettersteige sucht, findet an den Walensee-Klippen gesicherte Routen mit weitem Blick über den See.
Über dem Talgrund warten die ernsten Gipfel der Glarner Alpen rund um den Tödi (3’614 m) auf erfahrene Berggängerinnen. Solche Hochtouren verlangen Trittsicherheit, festes Schuhwerk und die richtige Bergausrüstung; über den Klausenpass besteht zudem ein klassischer Übergang ins benachbarte Uri-Andermatt.
Die Talorte Linthal und Schwanden sind per Bahn ab Ziegelbrücke erreichbar, Postautos bringen Wandernde weiter zum Klausenpass oder ins Klöntal. Die Saison reicht von Juni bis Oktober, der Klausenpass ist in dieser Zeit für den Übergang nach Uri offen.
Am Klöntalersee spiegeln sich die Glärnischwände im Wasser - ein ruhiger Auftakt vor den wilderen Hochtouren weiter oben.