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Schweizerischer Nationalpark
◉ Kanton Graubünden

Schweizerischer Nationalpark

Das strengste Schutzgebiet der Alpen: unberührte Wälder, Hochtäler und Gipfel im Engadin, in denen die Natur seit über hundert Jahren sich selbst überlassen bleibt.

Touren12
Höchster PunktPiz Pisoc 3'173 m
Beste SaisonJuni-Oktober
SchwierigkeitT1-T3

Der Schweizerische Nationalpark bei Zernez ist das älteste und strengste Schutzgebiet der Alpen. Seit 1914 bleibt die Natur hier vollständig sich selbst überlassen: kein Holzschlag, keine Alpwirtschaft, kein Verlassen der markierten Wege. Wer hier wandert, erlebt eine Wildnis, wie sie im dicht besiedelten Alpenraum sonst kaum noch existiert.

Das Val Trupchun gilt als das wildreichste Tal der Alpen. Im Herbst hallt hier das Röhren der Hirsche durch die Lärchenwälder, Steinböcke und Gämsen sind häufig zu sehen, und über den Felsen kreisen Bartgeier. Strikte Regeln schützen dieses einzigartige Erbe und machen jeden Besuch zu einem bewussten Naturerlebnis.

Anreise & beste Zeit

Zentraler Ausgangspunkt ist Zernez, das per Bahn über die Albula- und Vereinastrecke erreichbar ist. Im Ort informiert das Nationalparkzentrum über Routen, Regeln und aktuelle Wildbeobachtungen. Die Wandersaison reicht von Juni bis Oktober. Im Nationalpark gelten besondere Regeln: Hunde, Feuer, Zelten und das Verlassen der markierten Wege sind verboten. Wer früh aufbricht, hat die besten Chancen auf Wildbeobachtungen.

Wege und Touren

Der Park erschliesst sich über rund 21 markierte Routen mit etwa 80 km Wegen, vom leichten Spaziergang bis zur fordernden Bergtour. Das Val Trupchun gilt als wildreichstes Tal und ist besonders im Herbst zur Hirschbrunft ein Erlebnis. Anspruchsvoller ist der Panoramaweg über den Munt la Schera (rund 17 km, 850 hm, etwa 6 Stunden) mit weitem Blick über das Engadin. Auf allen Routen lassen sich Murmeltiere, Steinböcke und mit etwas Glück Bartgeier beobachten, dazu seltene Alpenblumen, Moose und Flechten. Wer die Wildbeobachtung ernst nimmt, sollte Fernglas und die passende Bergausrüstung dabeihaben.

Geführte Touren und Übernachtung

Der Nationalpark bietet ein breites Programm: Familien- und Kindertouren („Schnuppertouren”), geführte Tageswanderungen mit Rangern sowie Themenführungen zu Wildtieren und Geologie. Übernachten lässt sich nicht im Park selbst, sondern in zertifizierten Wanderhotels der Umgebung wie dem Hotel Bellavista oder dem Wanderhotel Muottas Muragl, alternativ auf dem Campingplatz Zernez oder in der Chamanna Cluozza, der einzigen Berghütte im Parkgebiet. Seit 1979 ist das Gebiet zudem UNESCO-Biosphärenreservat.

Der Nationalpark liegt mitten im Engadin und lässt sich gut mit einem Besuch in Pontresina oder einer Hüttentour im Engadin verbinden. Für ein bewusstes Naturerlebnis abseits der Wege empfiehlt sich auch unser Ratgeber zum Schneeschuhwandern für Einsteiger, sobald die ersten Schneefälle kommen.

Touren-Highlights